Verbringst du gern Zeit in deiner Komfortzone? Wahrscheinlich, wie wir alle. Allerdings kann ich feststellen: Ich bin überwiegend von Menschen umgeben, die einen Senkrechtstart ins neue Jahr hingelegt haben und darf mich freudiger weise auch dazu zählen.

Wie ist es bei dir: Ist das neue Jahr für dich auch schwungvoll gestartet?

Oder vielleicht hättest du das gern so gehabt, bist aber beim Startschuss irgendwie nicht so richtig in Schwung gekommen?

Meiner Erfahrung nach teilen sich die Menschen mit Wunsch nach Veränderung grob in zwei Gruppen:

Gruppe 1: Die Senkrechtstarter

Alle die, die sofort loslegen und mit beiden Beinen in die neue Herausforderung und aus ihrer Komfortzone springen – komme, was wolle.

Sie blicken jetzt die ersten Wochen im neuen Jahr zurück und denken: Wow, ich hab schon so viel Neues geschaffen und sprühe vor Energie – und das ist erst der Anfang!

Gruppe 2: Die In-ihrer-Komfortzone-Verweiler

Die, die vor einer Veränderung alles ganz genau wissen wollen, sich nach allen Seiten absichern, alle Freunde und ihre gesamte Familie zurate ziehen, viele Gründe haben, warum denn doch alles gar nicht sooo schlecht ist, das Geld ist ja eh immer knapp (zumindest denken sie das), eigentlich hat man ja auch gar nicht so viel Zeit sein Leben zu ändern, das kostet ja auch Energie und es muss ja auch zwischendurch mal gelebt werden, das Leben!

Kurz: Sie sammeln viele Ausreden, um sich selbst nicht ändern und ihre Komfortzone verlassen zu müssen.

Und dann sitzen sie weiter abends auf dem Sofa, schauen TV-Serien, beschweren sich über ihre Arbeit und wundern sich, das sich nichts ändert in ihrem Leben. (Nichts gegen Sofa und TV-Serien, aber zuvor braucht halt es etwas Engagement …)

Die zweite Gruppe ist offensichtlich noch nicht soweit, sich im größeren Stil zu wandeln.

Diese Menschen brauchen Raum und Zeit, um sich zu trauen, damit sie in der Veränderung keine Bedrohung zu sehen, sondern eine riesige Chance.

Das ist ja nicht schlimm. Das ist sogar sehr menschlich.

Und es ist zu ändern.

„Everything you want is on the other side of fear.“
Unknown

Es hat biochemische Gründe.

Ein Teil unseres Gehirns, das als Reptiliengehirn oder Hirnstamm bekannt ist, sendet bei dem Versuch, die Komfortzone zu erweitern, ein verdammt lautes Alarmsignal aus.

Dieses Alarmsignal landet im limbischen System, konkret in der Amygdala, auch als Mandelkern bekannt, die die Situation bewertet.

Es erhöht sich dein Herzschlag, dein Puls rast und dein Blutdruck geht ab. Dein Adrenalinspiegel steigt, deine Verdauung wird verlangsamt und deine Hände und Füße werden kalt, weil das Blut aus den Extremitäten hin in die große Muskulatur strömt. Dein Gehör und dein Sehvermögen werden verstärkt.

Das ist durchaus sinnvoll, wenn du in der Steppe einem Säbelzahntiger gegenüber stehst.

Das ist eine sehr hilfreiche Form von Stress und ein effektiver Einsatz relevanter Körperfunktionen. Wie gesagt, all das ist super, wenn du in der Steppe einem Säbelzahntiger oder einer anderen lebensbedrohlichen Situation gegenüber stehst.

Es führt aber auch dazu, dass du umgehend in große Alarmbereitschaft gerätst, wenn du etwas machst, was dich aus deiner Komfortzone bringt.

Das Problem ist, dass der Hirnstamm bzw. das Reptiliengehirn nicht unterscheiden kann, wie lebensbedrohlich die Gefahr tatsächlich ist.

Es sendet einfach diese Botschaft an die Amygdala, die ja für die Bewertung des Alarms zuständig ist.

Ob du nun deinen Job kündigen willst, obwohl du noch keinen Plan B hast, den attraktiven Mann in dem Café ansprechen und deine Telefonnummer geben oder einen Vortrag halten willst … dein Hirnstamm schlägt Alarm, sofern du das noch nicht oft gemacht hast.

Und die Amygdala schreit:

BIST DU WAHNSINNIG! TU‘ DAS BLOSS NICHT! DAS IST MEGA GEFÄHRLICH!
DU WIRST STERBEN, ICH BIN MIR GANZ SICHER!!

Dein Unterbewusstsein schlägt Loopings, deine Stress-Hormone spielen verrückt: Du bekommst Schweißausbrüche, dir wird übel, alle Hintergrundgeräusche versinken im Nebel, alles dreht sich.

Kurz: Du gerätst in Panik.

Jetzt ist es spannend, zu welcher Gruppe du gehörst.

Die Menschen in Gruppe 1 merken: Alles klar, ich überschreite gerade meine Komfortzone. Verdammt. Stimmt, so fühlt sich das an. Unangenehm.

Dann atmen sie tief durch, nutzen ggf. weitere Achtsamkeits- und Entspannungstechniken, um die Amygdala zu beruhigen, um wieder zu Sinnen zu kommen, übernehmen die Kontrolle und signalisieren: Vielen Dank für den Alarm, liebes Reptilienhirn. Du kannst dich wieder hinlegen, Amygdala. Das ist kein Säbelzahntiger. Ich hab das hier im Griff.

Und schon gehen sie los, wenn auch mit klopfendem Herzen, und kündigen den Job, sprechen den Mann an, halten den Vortrag.

Alles, was dich herausfordert, ist gut. Du lernst dazu. Du entwickelst dich weiter. Das findet auch der ehemalige Navy Seal Jocko Willink, wie er in diesem Motivationsvideo zeigt. Sobald du dieses Mindset immer schneller, immer öfter etablieren kannst, gehörst du zu den Gewinnern.

Die Menschen in Gruppe 2 machen wahrscheinlich das: Gar nichts.

Sie haben Angst – und sie wissen nicht, wie sie aus dieser Blockade herauskommen.

Was schade ist. Denn: Es ist jederzeit erlernbar, die Komfortzone zu erweitern.

Meine Erfahrung ist: Hier hilft nur Trockenschwimmen, also auf halbwegs sicherem Boden üben, quasi am Beckenrand.

Das bedeutet schon auch Aktion, aber keine Gefahr des Ertrinkens.

So lernst du letztlich, dass du auch nicht stirbst, wenn du deinen Job kündigst, gut aussehende Männer ansprichst oder Vorträge hältst.

Vielleicht überzeugst zu nicht sofort und bekommst nicht umgehend dein gewünschtes Ergebnis, aber das ist erstmal egal. Es geht um den Prozess der Komfortzonenerweiterung. Übung macht auch hier die Meister*in.

Bleiben wir mal beim Beispiel der Vorträge, weil so viele Menschen Angst davor haben und sich dir vielleicht jetzt schon allein bei der Vorstellung, dass du morgen Früh einen Vortrag vor 300 Leuten halten sollst, die Kehle zuschnürt und sich der Magen umdreht.

Bei den ersten drei bis sechs Vorträgen machst du dir wahrscheinlich vor Aufregung fast in die Hose, machst einen Haufen Fehler, wirst rot, verhaspelst dich, vielleicht streikt auch mal die Technik oder du hast einen Fleck auf deiner Bluse, weil dir beim Kaffee trinken die Hände gezittert haben.

Du lernst: Das ist zwar alles nicht optimal, aber du stirbst nicht.

Beim nächsten Mal bereitest dich besser vor, kannst deinen Vortrag in- und auswendig, hast ein Ersatzhemd und Ersatzkabel dabei, alle Akkus voll aufgeladen, bist ausgeschlafen, trinkst nur Wasser und reduzierst so das „Gefahrenpotenzial“.

Und was macht das Reptiliengehirn? Es tun dir einen Gefallen. Es merkt sich das und schlägt erst wieder Alarm und lässt deine Amygdala reagieren, wenn du zum Beispiel statt vor 300 Leuten vor 4.695 oder 20.857 Leuten sprichst.

So erweiterst du deine Komfortzone

Ganz konkret sind das sehr kleine, schnell umsetzbare Schritte, die unmittelbar ein Ergebnis und eine positive Veränderung schaffen.

Es ist simpel (aber nicht unbedingt einfach).

Es bringt sichtbare Ergebnisse.

Es schafft Vertrauen, dass auch größere Veränderungen gar nicht so schwer umzusetzen sind.

Denn, sind wir mal ehrlich: Große Veränderungen sind einfach nur die Summe vieler, vieler kleiner Veränderungen.

Wie genau diese einzelnen Schritte, die kleinen Veränderungen aussehen, kannst du nur für dich selbst entscheiden.

Für mich waren es im Großen
– die Kündigung guter, sicherer Jobs
– der Start in die Selbständigkeit
– das Loslassen sicherer Freelance-Jobs
– meine lange Reise
– die Rückkehr nach Deutschland nach 3 Jahren des fröhlichen in-den-Tag-hinein-lebens …

Im Kleinen sind es

– regelmäßig Vipassana-Meditationskurse besuchen
– fremde Menschen ansprechen
– surfen und freediven
– konstante Weiterbildung
– lesen, lesen, lesen
– die Arbeit mit meinen Coaches
– mein Business ständig verbessern …

Es vergeht keine Woche, wirklich kaum ein Tag, an dem ich nicht etwas Neues dazu lerne und mich herausgefordert fühle. Dazu möchte ich dich auch einladen. Es ist nicht einfach, aber es ist so schön!

Generell geht es um etwas Neues, Unbekanntes, das du in dein Leben einlädst – etwas, dass dir zu Beginn ganz schön Respekt einjagt.

Wichtig ist, dass du dich regelmäßig ausprobierst, im öfter über Hemmschwellen springst und so deine Grenzen erweiterst.

Dann lernst du dich kennen, dann gewinnst du Vertrauen, so geht es nach vorn.

Das sagt auch Ashton Kutcher:

„I’m continually trying to make choices that put me against my own comfort zone. As long as you’re uncomfortable, it means you’re growing.“Ashton Kutcher

Ich bin gespannt, wie es dir dabei ergeht!

 

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(Der Artikel wurde erstmals am 03. Februar 2016 veröffentlicht und frisch aktualisiert.)